30. Oktober 2017

Trügerische Gegenwart - Die Immergrün Saga 2
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(Quelle: Amazon)

Sylvia Steele ist ein Pseudonym der Autorin Sylvia Rietschel und sie schreibt für den Carlsen Impress Verlag. Im Oktober hat sie den ersten und zweiten Band ihrer Immergrün Saga veröffentlicht. Wie ihr bereits wisst, war ich von „Gestohlene Vergangenheit“ sehr begeistert und ich wollte unbedingt erfahren, wie es mit Alisha und David weitergeht. Deshalb musste ich auch den zweiten Band „Trügerische Gegenwart“ unbedingt lesen und ich werde euch meine Meinung dazu natürlich nicht vorenthalten.

    
Klapptentext (Achtung Spoiler-Gefahr!):
»Was willst du machen? Mich mit deiner Macht bekämpfen? Hör auf dich zu wehren und lass es einfach zu!« Nach Davids furchtbarem Verrat hat die gerade erst zur Königin aufgestiegene Alisha ihre Emotionen komplett ausgeschaltet. Nichts kann mehr an sie herankommen, nicht einmal der Geist ihrer Vorfahrin Evelina. Nur Finn schafft es schließlich, die fest errichtete Mauer ihres Herzens zu durchbrechen.
Als dann auch noch David vor ihr steht, geraten ihre wiedergewonnenen Gefühle völlig durcheinander und ihre Welt aus den Fugen. Alisha muss beginnen alles zu hinterfragen und sich gleichzeitig auf einen Kampf vorbereiten, der über das Schicksal ihrer Welt entscheiden wird… Denn die Geheimnisse liegen nicht nur in der Vergangenheit, sondern direkt vor ihr.

Die Handlung setzt direkt an das Ende von Teil 1 mit einem Prolog an, der auch als Epilog von Band 1 gesehen werden kann. Dadurch ist man sofort wieder mitten im Geschehen und dem Gefühlschaos drinnen und fiebert sofort wieder mit den beiden Hauptprotagonisten mit. Wie in Band 1 wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt: aus Alishas und Davids Blickwinkel sowie aus Richards Sicht, die nun neu dazugekommen ist um eine zusätzliche Vielfalt zu erhalten.

Zu den Protagonisten kann man sagen, dass sie sich im Laufe dieses Bandes sehr stark entwickeln. Alisha ist der feminine Part in der Runde, ist aber widerspenstig, leidenschaftlich impulsiv und teilweise etwas naiv. Azard spielt die böse Seite in der Geschichte, ist ihr Gegenteil, diabolisch brillant und dennoch nicht so gefühlskalt, wie zuerst angenommen. Richard ist mutig, treu, kämpft gegen alles an und wächst über sich hinaus. Finn ist wie immer edel, ehrlich herzlich aber er scheint etwas zu verbergen. Letztendlich David ist edelmütig, verzweifelt und in einer Zwangslage, dadurch stark emotional und trotzdem kämpferisch bis zum Ende.

Mal herrlich detailliert schildernder, dann wieder rasanter und aktionsgeladener, dann wieder leidenschaftlich emotional und auskosten – so vielschichtig zeigt sich der Schreibstil von Sylvia Steele. Starke und leidenschaftliche Schilderungen der Gefühle mit viel Tiefgang, Herzschmerz und emotionalem Chaos wechseln sich mit Metaphern reiche und ausdrucksstarke Szenendarstellung ab.

 
Innere Zerrissenheit, grauenhafte Verzweiflung, zutiefst Zufriedenheit oder nervenraubende Rachegelüste treffen auf innige und wahre Freundschaft. Sylvia Steele schickt ihre Leser wieder auf eine atemberaubende, nervenzermürbende Achterbahnfahrt. Körperliche Befindlichkeiten und Gemütszustände sind greifbar und fühlbar und es herrscht eine wahre Explosion an Gedanken.

Man kommt durch den Prolog sofort wieder ins Geschehen rein – für mich persönlich hat die Autorin einen guten Einstieg gewählt. Sofort fiebert man mit Alisha und David mit und spekuliert über mögliche Weiterführungen der Erzählung. Auf und Abs sind vorherrschend in der Erzählung, aber die Entspannung in der Handlung lassen immer stark vermuten, dass gleich etwas passiert – man ist folglich durchgehend angespannt.

Das Herz klopft bei jeder unvorhersehbaren Wendung, jede neue Enthüllung erdrückt einen fast vor Entsetzen. Oft endet eine Szene offen und man traut sich nicht sofort weiterlesen, weil man etwas Schlimmes befürchtet. Außerdem lassen die Perspektivenwechsel Raum für Spekulationen. Diese Wechsel lenken den Leser aber auch vom Geschehen ab, damit sein Blickwinkel kurz auf was anderes gerichtet ist und nicht darüber nachdenkt. Und Bumm: man wird wieder überrannt.

Das Hinauszögern von Auflösungen hat Sylvia Steele vor allem im Schluss perfektioniert. Das Ende ist der Hammer – es ist extrem offengehalten, endet mitten in einer entscheidenden Szene, es ist sehr aktionsreich und nervenraubend sowie atemberaubend gut bis zur letzten Zeile.


//Alle Bände der romantisch-abenteuerlichen Reihe »Immergrün«:
  • Band 1: Immergrün. Gestohlene Vergangenheit  
  • Band 2: Immergrün. Trügerische Gegenwart  
  • Band 3: erscheint im April 2018  
  • Band 4: erscheint im Oktober 2018//

Trügerische Gegenwart ist eine mehr als gelungene Fortsetzung der Immergrün Saga und die Autorin Sylvia Stele hat meine Erwartung mit diesem fantastischen und dramatischen Fantasyroman mehr als übertroffen. Starke Figurenentwicklung, Spannung ohne Ende, hoch dramatische und unvorhersehbare sowie nervenraubende Wendungen und ein mehr als aktionsreicher offener Schluss lassen das Leser Herz mehr als hoch schlagen.
Die Immergrün Saga ist eine eindeutige Kaufempfehlung und ein Muss für jeden Fantasyfan und Liebhaber von Vampiren.


Trügerische Gegenwart - Die Immergrün Saga 2 erhält von mir 5 von 5 Blüten.



Titel: Trügerische Gegenwart - Die Immergrün Saga 2
Autorin: Sylvia Steele
Erscheinungsdatum:05.10.2017
Verlag: Impress
ISBN: B073S6QM7L
Seiten: 423
Sprache: Deutsch
Preis: € 3,99 Kindle-Ebook

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